Dr. Thomas Feyer, Tilmann Rönnebeck, Stephanie Schönfeld, Frank Bernard, Dr. Mike Müller

Foto: Michael Helbig

Preisträger 2004

Die Max Grünebaum-Stiftung würdigte am 3. Oktober 2004, in Cottbus Künstler des Staatstheaters Cottbus mit zwei Max-Grünebaum-Preisen und einem Förderpreis. Einen Max-Grünebaum-Preis sowie zwei Förderpreise erhielten Nachwuchswissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus-Senftenberg).

Tilmann Rönnebeck– Sänger

Tilmann Rönnebeck

Max-Grünebaum-Preis

Der gebürtige Magdeburger nahm zunächst Klavier- und Kompositionsunterricht, von 1994 an studierte er Gesang (Bass) bei Kammersänger Professor Günther Leib und Kammersänger Reiner Goldberg an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, wo er 2001 sein Diplom mit Auszeichnung erhielt.

Im Jahr 1997 übernahm er am Berliner Theater am Kurfürstendamm die Rolle des Robert Biberti in der Uraufführung von „Die Comedian Harmonists“. Dieses Stück entwickelte sich zu einem der größten Theatererfolge der letzten Jahre auf deutschsprachigen Bühnen: 550 Vorstellungen, Theaterpreise wie der „BZ“-Kulturpreis oder „Goldener Vorhang als bester Darsteller“, CD-Videoproduktionen, internationale Konzerttourneen und viele Fernsehauftritte mit den „Berlin Comedian Harmonists“ folgten.

Seit Sommer 2002 ist der Sänger als Seriöser Bass festes Ensemblemitglied des Staatstheaters Cottbus. Er zählt zu den besten jungen Sängern im Baß-Nachwuchsbereich und das Staatstheater Cottbus ist über das Engagement sehr froh.

Besonders die beiden zuletzt gestalten Partien Fasolt im „RHEINGOLD“ und Sparafucile im „RIGOLETTO“ haben eine ganz erfreuliche Leistungssteigerung hervorgerufen und berechtigen zu den schönsten Hoffnungen.

Wichtige Partien am Staatstheater Cottbus:

Tom in „Un ballo in maschera – Ein Maskenball“ (Verdi), Vierter Bursche in „Der Mond“ (Orff), Lautsprecher in „Der Kaiser von Atlantis“ (Ullmann), Hauptmann in „Penthesilea“ (Schoeck), Harry in „My fair lady“ (Lerner/ Loewe), Fasolt in „Das Rheingold“ (Wagner), Pimen in „Boris Godunow“ (Mussorgski), Sparafucile in „Rigoletto“ (Verdi), Notar in „Der Rosenkavalier (Strauss), Kaiphas in „Jesus Christ Superstar“ (Rice/ Webber)

Martin Schüler, Intendant und Operndirektor

Stephanie Schönfeld – Schauspiel, Foto: Michael Helbig

Stephanie Schönfeld – Schauspielerin

Stephanie Schönfeld

Max-Grünebaum-Preisträg

Es gibt ein Lied, welches mit den Worten beginnt: „Anmut sparet nicht noch Mühe…“ (jeder weiß, dass es von einem der erfolgreicheren Songwriter-Duos des vorigen Jahrhunderts stammt, aber darum soll es heute nicht gehen).

Es geht heute um eine Person, für deren bisheriges Schaffen beide Begriffe beispielhaft stehen und zwar unbedingt im oben genannten Zusammenhang. Es geht um eine junge Frau, Schauspielerin hat sie sich als Beruf erwählt, die sich dieser Wahl mit großer Entschlossenheit und Ausdauer täglich neu stellt um sie unwiderruflich zur Berufung zu machen, die die Gabe besitzt, jede Probe als Versuchung anzunehmen, erlebte und noch nicht erlebte Gefühle, bekannte oder noch nie gedachte Gedanken zu erkunden und sich anzueignen – vor allem mit dem Ziel, den oder die vorhandenen und trotzdem schwer zu findenden Partner zu verwickeln, zu beeindrucken, zu verändern, kurz: das, was immer mehr aus der Mode kommt zu kultivieren, unvoreingenommen und gleichermaßen zart und kräftig: das Ensemblespiel.

Dafür, so scheint es, lebt sie, und deshalb besitzt sie – wie es eine ihrer Figuren von sich behauptet – eine kleine Bühne in der Stirn. Sie besetzt diese Bühne heiter und traurig, raffiniert und verrückt, anmutig und erregt, triumphierend und verzagend, großmütig und zickig, fromm und lasziv usw. usw.. Diese kleine Auswahl an Haltungen soll nur Lust machen auf das, worauf man sich in Zukunft gefasst machen muß. So wie in die Probe geht sie in jede Vorstellung als wäre es die letzte, genießt es, die Verletzlichkeit ihrer Figuren zu zeigen, solidarisiert sich mit ihnen, gibt ihre Wunden preis, die für sie die Wunden der Welt sind.
Sie stellt den Frauen oder Mädchen, die sie spielt, ihre Seele zur Verfügung, überlässt ihnen ihren Körper, lebt sie ohne äußerliche Gestalterei und Verstellungstechnik, gibt sich ihnen ganz und versucht trotzdem oder deshalb klärende Distanz zu behaupten, nicht nur um sich zu schützen. Sie sucht ganz einfach das moderne Theaterspiel, dass – um mit Brecht zu sprechen – in der dialektischen Einheit von Ratio und Emotion besteht, von Vernunft und Gefühl also, bewahrt sich so ihre Verwundbarkeit und ganz nebenbei die Chance diese auszuhalten (manchmal gerade noch so).

Kürzlich wurde sie in einer großen Fachzeitschrift in der Kategorie „beste Nachwuchs-schauspielerin“ genannt. Auch der Film hat sich schon gemeldet. Seit über zwei Jahren gehört sie, die in wenigen Minuten hier oben stehen wird, dem Ensemble dieses Theaters an, spielte u.a. die Lucinde in „Arzt wider Willen“, beeindruckte das junge Publikum als Inge Deutschkron in „Sara“, trommelte sich als Kattrin durch die „Courage“, war Jill in „Die Kinder“ und Hermia im „Sommernachtstraum“, litt und liebte als Irina mit ihren „Schwestern“, und als Käthchen in „Heilbronn“, hatte als Annina im „Impresario von Smyrna“ mit den Unbilden des doch so geliebten Berufes zu kämpfen und – ich bin sicher – wird mit ihren nächsten mindestens so einfühlsam und differenziert erarbeiteten Rollen immer wieder die Akzeptanz der Kollegen und die Herzen vieler Zuschauer gewinnen. Und weil das hundertprozentige Engagement für die Bühne nicht für alle Belange des Theaters ausreicht, engagiert sie sich darüber hinaus als Sprecherin ihrer Sparte. Ich will sie nicht länger auf die Folter spannen, sie haben es sowieso längst bemerkt, es geht um Stephanie Schönfeld.

Sie hat in Cottbus einen Weg betreten, der sie noch weit führen kann. Sie steht am Anfang, ist keineswegs das, was man eine „fertige“ Schauspielerin nennt, besitzt aber bereits jetzt eine starke und erfrischende Bühnenpräsenz, die sie – und das wünsche ich ihr am allerdringendsten – weiterhin so unegoistisch für die Ensemblearbeit einsetzen möge. Wie man sich dabei schützt gegen ungewollte Vereinnahmung lernt sich mit der Zeit. Und ich hoffe für sie, für ihre weitere
Entwicklung, auf große Herausforderungen, d.h. natürlich in erster Linie auf fordernde Rollen, an denen sie sich reiben und abarbeiten kann, die sie ihrem Ziel näher bringen: der Produktion von, gefühlvollem, heiterem und vor allem immer wieder spannendem Theater.

Die Auszeichnung mit dem „Max-Grünebaum-Preis“ soll Anerkennung für die bereits gegangenen Schritte auf diesem Weg sein, vor allem aber Ansporn für die vielen noch zu gehenden auf den hindernisreichen Pfaden dieser Theaterwelt.

Wolf Bunge, Schauspieldirektor

 

Frank Bernard – Studienleiter

Frank Bernard

Karl-Newman-Förderpreis

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit den Worten Octavians aus dem „Rosenkavalier“ möchte ich beginnen: Mir ist die Ehre widerfahren, daß ich zu Ihnen über den diesjährigen Preisträger des „Karl-Newman-Förderpreises“ sprechen darf. Die Rede ist von einem Musiker, der seit vielen Jahren Mitglied unseres Hauses ist. Seine Domäne ist das Klavier, und dieses beherrscht er so exzellent, daß eigentlich er statt meiner vorhin am Flügel hätte sitzen sollen, und ich hoffe, daß ich durch nicht von Dvorak stammende Noten Carola Fischer nicht zu sehr irritiert habe.

Der monatliche Theatertreff ist ohne ihn nicht denkbar: Wer einmal seine launigen und phantasievollen Improvisationen bei dieser monatlichen Veranstaltung erlebt hat, der weiß, wovon ich spreche. Geboren wurde er 1966 in Cottbus, besuchte ab 1973 das hiesige Konservatorium und studierte von 1983 – 1988 an der Hochschule „Hanns Eisler“ in Berlin . In jenem Jahr wurde er Mitglied unseres Theaters, dem er – von einem einjährigen Seitensprung nach Görlitz abgesehen – bis heute die Treue gehalten hat. Eine besondere Stärke von ihm liegt in der Leitung kleinerer Ensembles für die mehr unterhaltenden Produktionen des Musiktheaters. Als Beispiel nenne ich „Lucky Stiff“ und „No Sex“. In der „Tango-Oper“ tauchte er in die Atmosphäre dieses argentinischen Tanzes ebenso selbstverständlich wie in die Rockmusik im „Kleinen Horrorladen“.
Im Kreisler-Programm „Du sollst nicht lieben“ ist er ein brillianter Alleinunterhalter, der in meinen Augen den beiden Darstellern nicht selten die Show stiehlt. Schließlich erwies er sich bei der Produktion „Maske in Blau“ als ein versierter Arrangeur, der die originale Partitur glänzend für ein 15-köpfiges Ensemble einrichtete. Für unser Theater verdient gemacht hat er sich auch durch die langdauernde Betreuung des Extra-Chores, die Mitarbeit bei der Singakademie und die Leitung des
Kinderchores, den er mit aufgebaut hat.

Eine seiner letzten Großtaten – und hier komme ich auf den Anfang meiner Laudatio zurück – war anläßlich der Ausstattungsprobe des „Rosenkavaliers“ sein virtuoses Spiel des kompletten Klavierauszugs dieser schwierigen Oper. Diese Aufgabe meisterte er so bravourös, daß etliche Mitglieder des beteiligten Sängerensembles ihm spontan Beifall spendeten. Auch ich habe ihm diesen Beifall zu zollen und möchte diese Gelegenheit benutzen, ihm hier und vor Ihnen meinen Dank abzustatten und ihm von ganzem Herzen zum Empfang des „Karl Newman-Förderpreises“ zu gratulieren. Sein Name: Frank Bernard.

Generalmusikdirektor Reinhard Petersen

Dr. Thomas Feyer

Dr. Thomas Feyer

Dr. Thomas Feyer

Max-Grünebaum-Preis

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
sehr geehrter Herr Präsident,
sehr geehrte Vertreter der Max-Grünebaum-Stiftung,
sehr geehrte Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft
liebe Mitbürger der Stadt Cottbus,

Sie alle haben  in den letzten Jahren die Entwicklung von Cottbus als Universitätsstadt beobachtet, einige von Ihnen haben diese Entwicklung sogar maßgeblich bestimmt.

Vielleicht ist auch eine seltsame Parallelität aufgefallen: Die Städte, welche als Universitätsstandorte eine herausragende Position einnehmen, sind in der Regel auch diejenigen, welche im Ranking der Lebensqualität für ihre Bürger eine vordere Position einnehmen. Das sind derzeit wohl in erster Linie Städte wie Bonn, Tübingen, Freiburg, Göttingen und Heidelberg. Also jeweils eine nicht zu große Stadt, deren öffentliches Leben maßgeblich von der Universität geprägt wird.

Die Entwicklung dahin ist inzwischen (Gott sei Dank) auch in Cottbus wahrnehmbar. Äußerlich fallen vor allem die neuen Gebäude der Architekten und der Ingenieure auf. Die Informatik der BTU hat keine auffälligen Bauten vorzuweisen. Aber es gibt eine inzwischen langjährige Zusammenarbeit zwischen der Stadt Cottbus und der Informatik, insbesondere dem  Lehrstuhl „Datenbanken und Informationssysteme“ der BTU, in deren Verlauf die WWW-Präsentation der Stadt Cottbus entwickelt wurde, außerdem aber auch ein Informationssystem für die Abgeordneten.

Prof. Dr. Bernhard Thalheim, der diese Aktivitäten begonnen und geleitet hat, sollte eigentlich an meiner Stelle heute hier stehen. Er ist inzwischen einem Ruf an die Universität Kiel gefolgt und durch dienstliche Verpflichtungen verhindert, die Arbeiten seines wissenschaftlichen Ziehsohnes Thomas Feyer gebührend zu würdigen.

Ich erlaube mir aber an dieser Stelle zu bemerken, das Prof. Thalheim und sein Lehrstuhl ganz wesentlich zum guten Ruf der Cottbuser Informatik und damit der BTU und der Stadt Cottbus beigetragen haben.

Wer an der BTU Cottbus vorbeifährt, sieht derzeit eine beeindruckende Kulisse aus Beton, Stahl und Glas. Man hat allerdings auch behauptet, dass unsere Zeit nach der großen Industrialisierung nicht mehr den Stahl als wichtigsten Rohstoff hat, sondern dass heute die Information der wichtigste Rohstoff ist. Entsprechend sind Informationssysteme die heute vielleicht wichtigsten Produkte der Informatik-Industrie und von entscheidender wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Bedeutung. Da Herr Dr. Feyer gerade bei der Basis-Technologie für komplexe Informationssysteme mit seiner Dissertation einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag geleistet hat, ist eine Auszeichnung über den Rahmen der Universität hinaus sicher gerechtfertigt.

Informationssysteme bestehen aus Rechnern und sehr viel Software. Und hier liegt ein ganz wesentliches Problem. Die Methoden der systematischen Entwicklung großer Software-Systeme sind derzeit noch nicht auf dem Stand, den man für die zuverlässige Funktion komplexer Software-basierter Systeme, und das sind gerade die Informationssysteme, benötigen würde.

Bei solchen Problemen hilft häufig eine Strategie, bei der man ein komplexes System nicht als Ganzes neu entwickelt, sondern es aus bekannten und erprobten Teilkomponenten zusammensetzt. Die Arbeit von Herrn Feyer beinhaltet den Aufbau von Informationssystemen aus solchen Software-Komponenten. Er hat dazu, wie es sich für eine sehr gute Dissertation gehört, einen speziellen Einstieg in die theoretische Informatik gesucht und gefunden. Insbesondere hat er dabei eigene, wissenschaftlich beachtete Beiträge zur sogenannten „Theorie der Ströme“ geliefert. Seine Arbeiten liefern damit die Grundlage für die Konstruktion zukünftiger komplexer Informationssysteme aus allgemeineren Komponenten. Prof. Thalheim als Betreuer und Gutachter seiner Dissertation vermerkt auch, dass die Arbeiten grundlegenden Charakter für die Entwicklung komplexer Software-Systeme allgemeinerer Art in den nächsten Jahrzehnten gewinnen können. Die Dissertation mit dem Titel

„A Component-Based Approach to Human-Computer Interaction – Specification, Composition and Application to Information Services“

wurde von allen Gutachtern mit „sehr gut“ bewertet und erhielt das Prädikat „summa cum laude“, mit dessen Erteilung die Informatik der BTU und insbesondere Herr Prof. Thalheim eher sparsam umgehen.

Wir können also durchaus stolz darauf sein, dass Leistungen dieser Qualität an der BTU und in der Stadt Cottbus erbracht wurden.

Herr Dr. Thomas Feyer ist kein eingeborener Cottbuser, sondern er stammt aus Halle an der Saale. Er hat bis 1998 an der TU Clausthal Informatik studiert und sein Studium mit Auszeichnung abgeschlossen.

Sein bisheriger Lebensweg ist gekennzeichnet durch einen Preis beim Landeswettbewerb in „Jungend forscht“ als Schüler, die Aufnahme in die Studienstiftung des Deutschen Volkes und mehrmonatige Studienaufenthalte in den USA und in Chile. Er hat in seiner Zeit als Mitarbeiter maßgeblich zu den vielen hoch angesehenen Publikationen des Lehrstuhls „Datenbanken und Informationssysteme“ beigetragen.

Herr Dr. Feyer ist verheiratet, Vater zweier Kinder und Leichathlet.  Was er in seiner Zeit an der BTU geleistet hat, entspricht aber eher einem wissenschaftlichen Schwerathleten.

Dass Herr Feyer bei allen Erfolgen ein bescheidener und im persönlichen Umgang sehr angenehmer Mensch geblieben ist, ehrt ihn zusätzlich. Das haben wohl auch die Studierenden der BTU so empfunden, denn von ihm betreute Übungen waren stets als erste ausgebucht.

Ich möchte ausdrücklich vermerken, dass er nach den plötzlichen Ausscheiden von Prof. Thalheim im Herbst 2004 dessen wichtigste Lehrveranstaltung übernommen und in hervorragender Weise ausgefüllt hat. Für die Informatik der BTU war das fast schon eine lebensrettende Maßnahme, welche mehr als 200 Studierenden die ordnungsgemäße Fortsetzung ihres Studiums sicherte.

Dafür möchte ich mich bei Herrn Dr. Feyer ganz herzlich bedanken

Und umso mehr ist es mir eine Genugtuung, dass gerade er als erster promovierter Informatiker der BTU Cottbus den Max-Grünebaum-Preis in Empfang nehmen darf.

Er hat ihn in doppelter Hinsicht verdient, nämlich durch seine wissenschaftlichen Leistungen und durch seinen Einsatz für die BTU.

Ich wünsche, auch im Namen des Instituts für Informatik, Herrn Dr. Feyer alles Gute für seine berufliche und private Zukunft.

Ich bin sicher, dass diese Preisvergabe auch eine Ehre für die BTU und die Stadt Cottbus beinhaltet, wo Herr Dr. Feyer in einer wichtigen Phase seines Lebens gewirkt hat.

Prof. Dr.-Ing. Heinrich-Theodor Vierhaus, BTU Cottbus

Kathrin Roßmann

 Ernst-Frank-Förderpreis

Angesichts unterschiedlicher historischer Erfahrungen und bis heute nachwirkender Empfindungen kommt dem geistig-kulturellen Austausch zwischen den Bürgern Großbritanniens und Deutschlands eine besondere Bedeutung zu. Das ist ein wichtiges Anliegen der BTU Cottbus, die sich glücklich schätzen kann, darin in der Max-Grünebaum-Stiftung einen höchst engagierten Verbündeten gefunden zu haben. Es ist ein sehr bewegendes Gefühl, wenn Menschen aus Cottbus, die in ihrer Jugend Deutschland verlassen mussten und in England ein neue Heimstatt fanden, heute der Jugend aus dieser Cottbusser Region ermöglichen, in England zu studieren. Ich möchte dieser Familie ausdrücklich dafür danken, dass sie ihr von Max Grünebaum geprägtes soziales Engagement für diese Region in einem freien Deutschland wieder aufgenommen hat.

Der Ernst-Frank-Förderpreis wird an Studierende vergeben, die ausgezeichnete Studienleistungen erreicht haben und einen Studienaufenthalt in England geplant haben. Die Studiengebühren an englischen Universitäten sind ein Grund dafür, dass wenige Jugendliche unserer Region dort studieren. SOKRATES- Gelder der EU erleichtern das etwas. Allerdings hat die BTU Cottbus derzeit mit der Universität Sunderland in England erst einen Partner für SOKRATES – Austausch der Studierenden gewinnen können. Zu dieser Universität in Großbritannien pflegt der Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Besondere des Rechnungswesens und Controlling seit längerem eine wissenschaftliche Kooperation und betreut den Studentenaustausch. Mit dem gewährten Preis kann diese Verbindung beider Universitäten vertieft werden.

Frau Roßmann gehört zu den Studierenden der BTU Cottbus, die ausgezeichnete Studienleistungen aufweisen. Ihre Gesamtnote im Vordiplom wurde mit der Note 1,8 bewertet. Sie hat sich für die beiden Vertiefungen Rechnungswesen und Controlling sowie Investition und Finanzierung entschieden. Beide Vertiefungen verlangen in besonderem Maße analytische Fähigkeiten und eine gewisse mathematische sowie rechnerische Begabung. In der Vertiefung Rechnungswesen und Controlling hat Frau Roßmann die Diplomprüfung mit der Note 1,3 abgeschlossen. Damit gehört sie zu den vier Studenten, die seit 1994 eine derart ausgezeichnete Leistung aufweisen.

Frau Roßmann wird  dort folgende Kurse belegen, die allesamt eine wichtige Ergänzung ihrer hiesigen Studien sind.:

  • Automative Technology
  • Materials
  • Automative Materials
  • International Business
  • New Venture Creation
  • Database Systems Development

Sie sehen schon an der Auswahl dieser Kurse, dass Frau Rossmann ein Gespür für moderne Entwicklungen hat. Weiterhin wird sie mit unserem Kooperationspartner auf dem Gebiet von System Dynamics, Herrn Prof. Dr. Alfredo Moscardini, eine Projektarbeit in einem englischen Unternehmen durchführt.

Die Auszeichnung mit diesem Preis wird es Frau Roßmann ermöglichen, diesen Studienaufenthalt in England sehr effektiv zu gestalten und damit zur weiteren Vertiefung der deutsch-englischen Beziehungen, insbesondere der Beziehungen zwischen der BTU Cottbus und der Universität Sunderland beizutragen. Wir wünschen Ihnen, Frau Rossmann viel Freude und Erfolg beim Studium in England, vor allem aber bleibende Kontakte und – was das höchste ist- neue, lang dauernde Freundschaften.

Laudatio von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Lappus, BTU Cottbus

Stephan Suckow

Ernst-Frank-Förderpreis

Herr Stephan Suckow, geboren am 12.Juli 1981 in Königs Wusterhausen, studiert seit dem Wintersemester 2002 an der BTU im Bachelor-Studiengang „Physik der Halbleiter-Technologie“ mit sehr gutem Erfolg.

Da Absolventen dieses Studienganges später in einem sehr internationalen Arbeitsumfeld tätig werden, ist es für die Studierenden außerordentlich wertvoll, auch ein internationales Studienumfeld in anderen Ländern zu erfahren.

Herr Suckow hat sich entschlossen, das Studienjahr 2004/5 an der University of Wales at Cardiff zu studieren. Dort findet er nicht nur fachlich komplementäre Angebote zur BTU, sondern wird die überaus wertvolle Erfahrung machen, dass es in anderen Ländern durchaus eigene, typische Ansätze zur Lösung physikalischer Probleme gibt. Darüberhinaus wird er bei diesem Aufenthalt automatisch seine Fähigkeiten im täglichen Gebrauch der englischen Sprache schulen  –  eine wahre Trumpfkarte für sein späteres Berufsleben.

Sein bisheriger Werdegang lässt erwarten, dass Herr Suckow den Aufenthalt in Cardiff sehr erfolgreich nutzen wird. Schon in der Schule hat er die Abitur­prüfung im Fach Englisch mit sehr gutem Erfolg (13 Punkte) absolviert. Seine Leistungskurse waren Physik und Mathematik, ebenfals mit sehr gutem Erfolg: er erreichte den vierten Platz unter 114 Schülern und wurde dafür mit einer Auszeichnung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft für hervorragende Leistungen belohnt.

Auch wenn sein Großvater (selbst Diplom-Physiker) ihm von diesem Studien­gang abgeraten hat („das gehört nicht gerade zu den leichtesten Dingen auf der Welt“), hat er sich nicht be-irren lassen, ja er sagt, er würde nichts anderes  studieren wollen. Entsprechend sind seine Studienleistungen an der BTU bisher ausgezeichnet. Er hat bisher in jedem Semester seine volle Credit-Punktzahl erreicht und dabei durchweg gute Noten erzielt (mit einem Durchschnitt von 1,5).

Ein besondere Vorteil bei dem vorgesehenen Auslandsaufenthalt liegt darin, dass die dort vorgesehenen Studienfächer und -leistungen hier ausgezeichnet in den Kanon seines Studienganges passen und daher ohne Zeitverluste anerkannt werden.

Vor allem, aber, bietet sich die Möglichkeit, ein anderes Land mit seinen Menschen und ihrer Kultur kennen zu lernen. Herr Suckow wird neue, internationale Kontakte knüpfen und Freundschaften finden, und er wird sich nicht nur fachlich, sondern sich auch persönlich durch diese Erfahrung weiter entwickeln.

Die Unterstützung durch den Ernst-Frank-Förderpreis soll Herrn Suckow Ansporn und Verpflichtung zugleich sein für einen erfolgreichen Studien­aufenthalt in Großbritannien (genauer: in Wales, nicht England).

Laudatio von Prof. Dr.-Ing. Gerhard Lappus, BTU Cottbus