Dr. Clara Rellensmann, Ketevan Chuntishvili, Thi My Linh Nguyen, Annalena Hänsel

Max-Grünebaum-Preisträgerinnen 2022

Dr. Clara Rellensmann, Ketevan Chuntishvili, Thi My Linh Nguyen, Annalena Hänsel | Foto: Marlies Kross

Preisträger 2022

Im Jahr 2022 beging die Max Grünebaum-Stiftung ihr 25. Jubiläum.

Die Geschichte der Max Grünebaum-Stiftung ist ein beeindruckendes Zeugnis der Versöhnung, die damit verbundene alljährliche feierliche Verleihung der Max-Grünebaum-Preise ein emotionaler Höhepunkt im kulturellen und wissen­schaftlichen Leben der Stadt Cottbus.

Am Sonntag, 6. November 2022, 11.00 Uhr, zeich­nete die Stiftung Künstler*innen des Staatstheater Cottbus und Wissen­schaftler*innen der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) aus. Die Stiftung setzte damit einmal mehr ein Zeichen für Verstän­digung und Wertschätzung.

Die inzwischen traditionelle Preisverleihung fand auch in diesem Jahr wieder im Großen Haus des Staatstheaters statt.

Vor der diesjährigen Veranstaltung äußerten sich die Mitglieder der Stiftungsfamilie: „Wir Familienmitglieder freuen uns sehr auf das Jubiläum. Es gibt viel zu feiern – besonders die Preisträger und das künstlerische und geistige Leben in Cottbus, das sie repräsentieren.”

Das künstlerische Rahmenpro­gramm wurde durch Preisträger*innen der Stiftung aus vergangenen Jahren gestaltet. Zudem präsentierte die BTU den für den festlichen Anlass entstandenen
20-minütigen Jubiläumsfilm „25 Jahre Max Grünebaum-Stiftung“ zum ersten Mal vor Publikum.


Ketevan Chuntishvili

Max-Grünebaum-Preis 2022

Ketevan Chuntishvili_| Foto (c) Marlies Kross | Ketevan Chuntishvili (Sopran), Sängerin am Staatstheater Cottbus

Foto (c) Marlies Kross | Ketevan Chuntishvili (Sopran), Sängerin am Staatstheater Cottbus.

Im Laufe meiner Zeit in und mit der Oper sind mir auffällig viele ausnehmend besondere, artikulationsreiche und zugleich genaue, kraftvolle und zugleich feine, warme und zugleich klare Stimmen georgischer Sängerinnen und Sänger begegnet – für ein Land mit nicht einmal vier Millionen Einwohnern mehr als außergewöhnlich.

Ich habe Ketevan Chuntishvili einmal gefragt, woher diese große Liebe und Leidenschaft und das große Talent der Georgier zur Musik, besonders zum Gesang, stammt. Sie antwortete, das Singen sei einfach selbstverständlicher Bestandteil des familiären Lebens in Georgien. In ihrer Familie sei viel gesungen worden, zu unterschiedlichsten Anlässen, vor allem ihre Mutter sei unheimlich musikalisch. – Fast dasselbe sagte mir der georgische Bariton Georgi Gagnidze, der innerhalb kürzester Zeit von Weimar aus die großen Opernbühnen von Mailand bis New York eroberte.

Von Ketevan Chuntishvilis außergewöhnlicher Gesangskunst konnten Sie sich gestern in L’Orfeo einen Eindruck verschaffen. Ihre Euridice kämpft um die Liebe und ihre Zerrissenheit mit ganzer Seele und Stimme – und ihrem Leben. Ketevans Euridice macht das große Sehnen nach Orpheus und nach ihrer eigenen Geltung in einer gesanglichen Schönheit deutlich, dass sie schmerzt.

In ihrer jüngsten Rolle als Musetta in Puccinis »La Bohème« hat die Kritik sie schon mit der jungen Callas verglichen.

Auch wenn die Callas Griechin war; die stimmliche Begabung von Ketevan ist offenbar kein Zufall:

Der Gesang hat in Georgien eine eigene, von der europäischen Entwicklung unabhängige Tradition, die georgische Musik eine eigenständige Geschichte, ein eigenes Noten- und Tonlagesystem. Auch deshalb steht die traditionelle georgische Musik auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes:

Sie ist polyphon.

Während sich in Zentraleuropa die Polyphonie erst im späten Mittelalter ausgebildet hat, wurde sie in Georgien schon mindestens dreihundert Jahre früher gesungen.

Warum ist das interessant?

Polyphoner Gesang meint allgemein ein gleichberechtigtes und zeitgleiches Nebeneinander verschiedener, vieler, Stimmen. Es gibt keine Stimme, die anleitet, keine Stimme, die mehr Recht oder mehr Geltung hat oder nach der sich die anderen Stimmen richten müssen. Musik und Gesang entstehen aus und bestehen in diesem gemeinsamen und gleichberechtigten Neben- und Miteinander, während die Einzelstimmen eigenständig bleiben.

Eine sehr politische Art und Weise, so zu singen.

Auch diese Facette können Sie in »La Bohème« erleben: In dieser Produktion singen – neben einer Südkoreanerin, einem Ungarn und vielen anderen Nationalitäten – eine Georgierin (Ketevan), eine Ukrainerin (Alina Tkachuk) und ein Russe (Alexey Sayapin). Dass hier klappt, was weltpolitisch unmöglich scheint – wir nehmen es als Anlass zu: Zuversicht.

Ketevan Chuntishvili scheint nicht nur stimmlich von der großen Musiktradition ihres Heimatlandes geprägt. Sie lebt und praktiziert, was die polyphone Musik beschreibt:

Dass die eigene Stimme so viel gilt wie die der anderen.

Dass sie nur im Gesamtklang wirken kann.

Ein Ensembletier ist sie, die sich der Sache, der Musik hingibt.

Sie hat aber auch alles dafür gegeben. Als 18-Jährige ist sie zum Gesangsstudium nach Deutschland gekommen; seit sie 13 Jahre alt war, hatte sie dieses Ziel verfolgt. An einer Musikhochschule nur hatte sie sich beworben, in Hannover, weil ihre Tante und ihr Onkel in der Nähe wohnten. Ihr Onkel bürgte für sie, damit sie überhaupt in Deutschland bleiben durfte. Nach der bestandenen Aufnahmeprüfung ging es aber erst los: Neben dem Studium Deutsch lernen und das Studium finanzieren: Vom Babysitten bis zum Kellnern war nichts zu gering, um singen zu können. 3000 km entfernt, fremdes Land, fremde Stadt, fremde Sprache, kein Geld. Aber Stimme. Und Wille.

Diese beiden Attribute stechen bei Dir, liebe Ketty, besonders hervor, und sie paaren sich mit Deiner Ausdrucksstärke, Deiner Sehnsucht, die Figur zu ergründen, die Du singst und spielst, und Deinem so ausgeprägten Team- und Ensemblegeist.

All dies macht Dich zu einer außergewöhnlichen Sopranistin und Künstlerpersönlichkeit!

Wie schön, dass Du Teil dieses Hauses bist.

Ich freue mich sehr, dass Du heute den Max-Grünebaum-Preis, zum Jubiläumstag 2022 erhältst.

Laudatio von Stephan Märki, Intendant und Operndirektor


Dr. Clara Rellensmann

Max-Grünebaum-Preisträgerin 2022

Clara Rellensmann_Foto (c) Marc Timo Berg

Clara Rellensmann_Foto (c) Marc Timo Berg

Seit 04/2017
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Denkmalpflege der BTU.

2017 – 2021
Forschungstätigkeiten für Dissertation zu Denkmalpolitik in Myanmar in Assoziation mit dem DFG Graduiertenkolleg 1913 „Kulturelle und Technische Werte Historische Bauten“.

2017 – 2020
Vorstandsmitglied von ICOMOS International (Ehrenamt).

2012–2016
Projektkoordinatorin und Fachberaterin für das UNESCO Regionalbüro in Bangkok (Thailand) und das UNESCO Projektbüro in Rangun (Myanmar).

2010–2011
Stipendiatin des „Mercator Kolleg für Internationale Aufgaben“.

2010
Master of Arts in „World Heritage Studies“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus.

2007
Bachelor of Arts in „European Studies“ an der Universität Passau.


Thi My Linh Nguyen

Ernst-Frank-Förderpreisträgerin 2022

Thi My Linh Nguyen | Foto (c) privat

Thi My Linh Nguyen | Foto (c) privat

Seit 10/2022
Werkstudentin im Produktmanagement Electrical Products, Siemens AG.

2022
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Automatisierungstechnik, BTU Cottbus-Senftenberg.

04-09/2022
Bachelorandin im Produktmanagement Electrical Products, Siemens AG.

2021
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Qualitätsmanagement, BTU Cottbus-Senftenberg.

2020
Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Flug-Triebwerksdesign, BTU Cottbus-Senftenberg.

2018-2022
Bachelorstudium Wirtschaftsingenieurwesen, Studienrichtung Produktionstechnik mit Schwerpunkt Innovations-, Marketing-, Projekt- und Qualitätsmanagement an der BTU Cottbus-Senftenberg.


Annalena Hänsel

Karl-Newman-Förderpreisträgerin 2022

Foto (c) Marlies Kross | Annalena Hänsel, Mitarbeiterin PR/Marketing, Schwerpunkt Social Media, am Staatstheater Cottbus.

Foto (c) Marlies Kross | Annalena Hänsel, Mitarbeiterin PR/Marketing, Schwerpunkt Social Media, am Staatstheater Cottbus.

Mitarbeiterin Social Media

Sehr geehrte Stifterfamilie,
sehr geehrter Herr Prof. Stapperfend,
sehr geehrter Herr Gerards,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Karl-Newman-Preisträgerin 2022,

wie oft bekommt man die Möglichkeit oder kommt in den Genuss, öffentlich etwas Lobendes und Auszeichnendes über eine geschätzte Person vor Publikum zu sagen, in der Öffentlichkeit Bewunderung zum Ausdruck zu bringen und diesem Menschen die Anerkennung auszusprechen, die er oder sie verdient? Wie oft würde man sich dafür überhaupt die Zeit nehmen? Seien wir ehrlich: Meistens muss man für eine solche Gelegenheit mindestens heiraten oder gar versterben. Und wie findet man die richtige Form, um diese Person in dem Licht dastehen zu lassen, das ihr gebührt?

Die diesjährige Preisträgerin des Karl Newman-Förderpreises tut dies jeden Tag und meistert diese schwierige Aufgabe mit Bravour:

Aus Texten, Bildern oder Bewegtbildern kreiert sie Inhalte, um das möglichst Beste, Schönste, Anrührendste, Lustigste, Persönlichste, Professionellste oder Außergewöhnlichste über die Künstler und Künstlerinnen unseres Theaters in die Öffentlichkeit zu tragen. Sie stimmt die Inhalte auf die jeweiligen Zielgruppen ab und platziert sie so, dass möglichst viele Menschen und eine sehr breite Öffentlichkeit an diesen Lobeshymnnen teilhaben. Eine möglichst breite, ggf. sogar weltweite Öffentlichkeit meint: Auf den Kanälen von Social Media.

Ich danke der Stifterfamilie für die eine, besondere Gelegenheit nun auch für Sie lobende Worte vor Publikum auszusprechen: Liebe Annalena Hänsel, ich gratuliere Dir von ganzem Herzen zum Erhalt des Karl-Newman-Förderpreises 2022.

Annalena Hänsel wurde in Forst in der Lausitz geboren und studierte nach ihrem Abitur Kulturwissenschaften an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder. Im Zuge dieses Bachelor-Studiums absolvierte sie 2018 ein dreimonatiges Praktikum in der Abteilung Kommunikation und Marketing am Staatstheater Cottbus. Obwohl sie in diesem kurzen Zeitraum hauptsächlich zur Unterstützung der Pressearbeit eingesetzt war, arbeitete sie sich in Eigeninitiative zusätzlich in andere Bereiche der Abteilung ein – vor allem in jene, die die digitalen Medien betrafen. Schnell betreute sie sozusagen in Eigenregie den in der damaligen Zeit noch neuen, wenig ausgereiften und nur sporadisch gepflegten Auftritt des Staatstheaters auf den Plattformen Instagram und Facebook.

Bernd Seidel, der damalige Abteilungsleiter, unterschrieb ihr Praktikumszeugnis mit den Worten: „Eine Mitarbeiterin wie Annalena Hänsel wäre perspektivisch in jeder Beziehung ein Gewinn und eine Bereicherung für unsere Abteilung.“  Herrn Seidel, seiner weitsichtigen Einschätzung der Arbeit und den Fähigkeiten von Annalena Hänsel und der Initiative zu den Veränderungen der Personalstrukturen innerhalb der eigenen Abteilung, sei Dank! Denn das Staatstheater bekam so die Möglichkeit, Annalena Hänsel auch über ihr Praktikum hinaus am Staatstheater Cottbus zu halten. Und so trat sie nach erfolgreich abgeschlossenem Bachelor-Studium, im Februar 2019 ihre Stelle als Mitarbeiterin im Bereich Social Media an – eine Position, die es bis dahin am Cottbuser Theater nicht gegeben hatte! Die damals erst 21-Jährige baute diesen Bereich, der für die Außenkommunikation eines Theaters unverzichtbar ist, in Eigenverantwortung auf und aus und leistete damit Pionierarbeit.

Für Annalena Hänsel reichte das aber noch nicht aus. Sie absolvierte berufsbegleitend ihr Masterstudium in „Kulturmanagement und Kulturtourismus“ in Frankfurt/Oder, welches sie 2021 mit der Note 1,4 erfolgreich abschloss. Das Thema ihrer Masterarbeit wählte sie natürlich mit dem Schwerpunkt Social Media und beschäftigte sich mit „Influencer-Kommunikation“ und der Entwicklung der Kommunikation zwischen Unternehmen und Influencer*innen im Tourismus.

Es ist nahezu eine Kunst, mal eben „was in die Story zu ballern“ – wie ich oft scherzhaft und ziemlich unzeitgemäß zu ihr sage –,  also einen Post in den Social Media Kanälen so zu verfassen und zu setzen, dass es spontan, lässig und unaufwändig erscheint; so wie es eben in jedem schnelllebigen Medium aussehen muss. Aber dies ist alles andere als unaufwändig. Dies vor allem, wenn es nicht, wie so oft auf Social Media, um eine narzisstische Selbstvermarktung, sondern um die von Kunst und Profession völlig unterschiedlicher  Akteurinnen und Akteure geht, die sich bei aller Vielfalt gleichzeitig gemeinsam unter dem Dach eines Mehrspartenhaus vereinen. Annalena Hänsel kann dies so leisten, da sie in allerbestem Sinne die klassischen Kernkompetenzen für PR/Marketing mit einem sicheren Gespür für die Nutzung der neuen Medien zusammenbringt. Sie hat Freude an der Kommunikation, findet den richtigen Ton für verschiedene Zuschauergruppen und setzte ihre Kreativität optimal ein, um Freiräume mit eigenen Ideen zu füllen. Während ihrer Arbeit etablierte sie nicht nur strukturell einen bis dahin hier noch neuen Teilbereich im Marketing, sondern entwickelte in Zusammenarbeit mit ihren Kolleg*innen und den Künstler*innen mit der Unterstützung anderer Gewerke am Haus immer wieder kleine Kampagnen, welche gleichzeitig sowohl auf die einzelnen Produktionen als auch auf die Zielgruppen der unterschiedlichen digitalen Kanäle abgestimmt sind.

Die Relevanz ihrer Arbeit trat vor allem im Zuge der Corona-Pandemie zu Tage. Die Öffentlichkeitsarbeit, darunter natürlich Annalena Hänsel, leistete einiges an Aufwand, Hirnschmalz und Ideen, um mit der damals völlig neuen Situation umzugehen und zu zeigen: „Wir sind noch da! Für Sie, für unser Publikum.“ Die digitale Bühne auf den Social Media Kanälen schien dafür der einzige Weg. Man kann wahrheitsgemäß sagen, dass das Theater und die Kolleginnen und Kollegen damals große Hoffnungen in Annalena Hänsels Arbeit legten. Doch auch diese Aufgabe stemmte sie mit ihrer gewohnt ruhigen, sensiblen und engagierten Art: Als das Theater pandemiebedingt in der Außenwahrnehmung in einen Dornröschenschlaf zu fallen drohte, sorgte sie mit tatkräftiger Unterstützung vieler Kolleginnen und Kollegen dafür, die lebendigen Momente hinter den verschlossenen Theatertüren über digitale Kanäle sichtbar zu machen und den Künstler*innen unseres Hauses eine Plattform zu bieten. Es entstand „der digitale Spielplan“ unter ihrer maßgeblichen Mitgestaltung.

Annalena Hänsel trug durch ihre Initiative, ihren Ideenreichtum und ihren Tatendrang einen entscheidenden Teil dazu bei, dass in einer Zeit von Unsicherheit sowie Hass und Hetze im Netz eine entscheidende Gegenposition aufgebaut werden konnte, die nicht nur unserem Publikum, sondern auch im wesentlichen Maße unseren eigenen Kolleginnen und Kollegen Hoffnung, Sicherheit und einen Sinn gab: die Sichtbarmachung von Theater, Kunst und Kultur in einer Zeit, in der sie sich nicht live vor einem Publikum auf der Bühne präsentieren konnten.

Auf ihre Initiative hin hat sich das Staatstheater ab der Spielzeit 22.23 ein weiteres digitales Mittel erobert: Einen eigenen Audio-Podcast: „Momentaufnahme – der Podcast des Staatstheater Cottbus“, der inzwischen drei, bald vier Folgen hat.

Auch wenn Annalena Hänsel heute für ihr Engagement und ihre herausragende Arbeit im Bereich Social Media ausgezeichnet wird, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass dieser Bereich nicht ihre einzige Zuständigkeit ist. Beispielsweise haben sich sicherlich die wenigsten von Ihnen heute gefragt, wer dafür verantwortlich ist, dass Sie anlässlich der heutigen Veranstaltung eine Einladung mit oder ohne Rückmeldung bekommen habe, wer diese Rückmeldung ausgewertet und Sie daraufhin am sinnvollsten und sozial am verträglichsten platziert hat. Auch das war Annalena.

 

Annalena Hänsel ist dem Staatstheater Cottbus mit großer Leidenschaft verbunden. So erledigt sie auch ihre Arbeit. Sie ist beliebt und hoch geschätzt im Team, sie ist immer hilfsbereit. Nicht zuletzt ihr offenes und dennoch bescheidenes Wesen trägt dazu bei, dass sie an diesem Haus in den vergangenen Jahren nicht nur tolle Kolleginnen und Kollegen in den unterschiedlichsten Bereichen, sondern auch gute Freunde gefunden hat.

 

In einem Gespräch unter Kolleginnen anlässlich der Schauspielproduktion „Raumfahrer” zum Thema “Nachwendegeneration” und Unterschieden zwischen Ost und West, sagte Annalena mir kürzlich, dass sie sich nicht als Ostdeutsche definieren würde. Vielleicht sei sie dafür einfach zu jung. Wenn man sie fragen würde, woher sie käme, würde sie immer ganz klar sagen, dass sie „Lausitzerin” sei. Es ist wunderbar und wichtig, dass die Region Lausitz Menschen und Mitarbeiterinnen wie Annalena Hänsel hat und hält: jung, weltoffen, kreativ, hochqualifiziert, voller Motivation und Tatendrang. Die sich dennoch oder gerade deswegen für ein Leben und eine Karriere in der Region abseits der Metropolstädten entscheiden, um sie maßgeblich mitzubestimmen und zu gestalten. Ein solche Person ist gerade prädestiniert für die Auszeichnung in Form eines Preises, der von der Max Grünebaum-Stiftung an visionäre und hochqualifizierte Kreative in Cottbus verliehen wird.

Nicht nur für die Lausitz, für die Brandenburgische Kulturstiftung und das Staatstheater Cottbus, sondern auch für mich und unser Team bist du, liebe Annalena, eine große Bereicherung. Die Auszeichnung, die dir mit der Verleihung des Karl-Newman-Förderpreises der Max Grünebaum-Stiftung zuteil wird, ist im höchsten Maße verdient.

Herzlichen Dank, sehr geehrte Stifterfamilie, herzlichen Dank, liebe Annalena!

Laudatio von Wiebke Rüter, Leiterin Kommunikation & Marketing
Gehalten von Iris Dönicke, Kaufmännische Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder)